| Die Arbeitsgruppe "Kristalline
Geschiebe" stellt sich vor: Wir sind eine Gruppe
geologisch Interessierter, die sich regelmäßig in Hamburg treffen und
Themen rund um die eiszeitlichen Geschiebe bearbeiten. Als
„Geschiebe" bezeichnet man Gesteine, die während der vergangenen
Eiszeiten durch Gletscher transportiert wurden und nach dem
(vorläufigen) Verschwinden des Eises großflächig abgelagert wurden.
Uns interessieren insbesondere die kristallinen Gesteine, d.h. alle
Gesteine, deren Gefüge Kristalle enthalten. Das sind alle
Tiefengesteine, viele vulkanische und die metamorphen Gesteine.
Selbstverständlich lassen sich auch Fossilien im Geschiebe finden. Die
meisten der Geschiebesammler beschäftigen sich mit Versteinerungen.
Unsere Arbeitsgruppe "Kristalline Geschiebe", die sich mit den
"anderen", den scheinbar schwierigeren Gesteinen befaßt, stellt
sozusagen das Gegenstück zu den Fossiliensammlern dar. Alle zusammen bilden wir die "Gesellschaft für Geschiebekunde".
(www. geschiebekunde. de)
Diese Gesellschaft wurde bereits 1924 gegründet und bestand bis 1945.
Erst im Jahre 1984 wurde die Gesellschaft erneut gegründet und ist
heute wieder mehrere hundert Mitglieder stark. In unserer Arbeitsgruppe "Kristalline Geschiebe" gilt unser Augenmerk
besonders den kristallinen Leitgeschieben. Darunter versteht man Gesteine,
deren Herkunftsgebiete gut bekannt sind. Zusätzlich müssen diese Gebiete klein genug sein, um
bei der Rekonstruktion der eiszeitlichen Gletscherbewegungen hilfreich
zu sein. Weiterhin muß ein Leitgeschiebe genügend markante und
unverwechselbare Merkmale haben, um auch "von Hand" am Strand oder in einer
Kiesgrube sicher identifiziert werden zu
können. Die Arbeit an diesem Thema ist nicht neu. Bereits
Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Idee der Eisbewegung und des damit
verbundenen Materialtransports ernsthaft verfolgt und bald darauf die
ersten Gesteine ihren skandinavischen Heimatgebieten sicher zugeordnet.
Heute sind sehr viele Leitgeschiebe bekannt und beschrieben. Trotzdem
kommen ständig neue dazu. Grund ist die fortschreitende
geologische Erkundung der Liefergebiete - in unserem Fall also
überwiegend Schweden. In geringerem Maße sind Norwegen und der
Ostseeraum mit Finnland die Quelle unserer Fundstücke. Außerdem
werden Anstrengungen unternommen, die Liefergebiete gleichmäßiger in
der Fläche zu erschließen. Die geologische Entwicklung Schwedens hat
die einzelnen Gesteinsarten sehr unterschiedlich im Lande verteilt.
Daraus resultiert, daß zu einigen Landesteilen sehr vielfältige
kristalline Gesteine beschrieben wurden, während in anderen
Landesteilen sicher zuzuordnende Gesteine rar sind. Die
südwestschwedische Gneisregion ist ein Beispiel für eine Landschaft,
aus der relativ wenige Leitgeschiebe beschrieben sind. Gleiches gilt
für die Gegend westlich von Stockholm. Professor Vinx, der
unsere Gruppe betreut, ist unter anderem bei der Erschließung dieser
unterrepräsentierten Areale aktiv, so daß wir in unserer Arbeitsgruppe
gelegentlich direkt „an der Quelle" sitzen, wenn es um neu beschriebene
Gesteine geht. Wann und Wo? Unsere Arbeitsgruppe trifft sich
alle zwei Monate im Mineralogischen Institut der Universität Hamburg (Grindelallee
48) und in den Zwischenmonaten im
Geomatikum ( Bundesstraße 55). Die genauen Adressen und Uhrzeiten
sind in der Rubrik
TERMINE angegeben. Gäste sind jederzeit herzlich willkommen!
Auch ohne jede Vorkenntnis bietet unsere Arbeitsgruppe die Möglichkeit,
sich in Norddeutschland intensiv mit Geologie zu beschäftigen. Hinweise auf Internetseiten zu diesen Themen finden Sie unter:
Geologie im Internet. |
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