Einige Notizen zum Granatamphibolit
Mit 2 Abbildungen

Karlheinz Krause*

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Zusammenfassung: Es wird über Geschiebefunde von Granatamphibolit, über dessen Bildung, Eigenschaften und Fundstellen berichtet.

Schlüsselworte: Granatamphibolit, kristalline Geschiebe, Almandin.


Einleitung

Ein interessantes, optisch sehr reizvolles und darüber hinaus leicht erkennbares Gestein ist der Granatamphibolit, der auch im Geschiebe zu finden ist. Als Nachteil muß gelten, daß der Granatamphibolit als echtes Leitgeschiebe etwas umstritten ist. Von Smed & Ehlers 1989 wird er als „statistisches Leitgeschiebe" eingestuft: Wo man große Mengen des Granatamphibolits findet, könne man davon ausgehen, "daß es sich um Material aus Halland oder Småland handelt". Wennberg (1949) hatte ihn jedoch bereits als Leitgeschiebe eingeführt (Vinx 1998). Vinx (1998) selbst meint: „Eine Aufwertung zumindest eines wesentlichen Teils der SW-schwedischen Granatamphibolite zu Leitgeschieben im engeren Sinne erscheint diskutierbar." Dieses soll für Granatamphibolite gelten, die weiße Schlieren von Plagioklas mit oder ohne Quarz, wie auch Plagioklassäume um Granat zeigen [weißschlierige Granatamphibolite] (Vinx 1998). Weißschlierige Granatamphibolite kommen anstehend aber auch in Südnorwegen vor (Vinx 1998). Zandstra (1999) führt in seinem "Platenatlas" den Granatamphibolit nicht auf.

Beschreibung des Granatamphibolits

Amphibolite (griech. amphibolos = zweideutig) gehören zu den metamorphen Gesteinen und haben eine basische Zusammensetzung. Sie sind meistens schwarz-weiß gestreift, ihr Hauptgemengeteil ist die schwarze Hornblende, das weiße Material ist Plagioklas. Dazu können Biotit, Quarz und andere Minerale kommen und bei Granatamphibolit als interessantestem Bestandteil eben der Granat (hist. Bezeichnung, abgeleitet vom lat. Ausdruck für Granatapfel granatum malum, Magnus 1250; lat. granatus = gekörnt). Die Granatkristalle messen 1 mm bis 5 cm im Durchmesser, in den Funden des Verfassers jedoch nicht mehr als 1 cm. Bei dem Granat handelt es sich um die Varietät Almandin (benannt nach der Lokalität Alabanda in Kleinasien). Almandinkristalle sind als regelmäßige Polyeder ausgebildet (Rhombendodekaeder, Ikositetraeder). Der Almandin (Fe3 A12 [Si04]3 ) gilt als nicht sehr wertvoller Schmuckstein (natürlich nicht aus dem Geschiebe, sondern aus Fundstellen mit großen Kristallen, z.B. aus Norwegen oder Tyrol, wo der Almandin im Glimmerschiefer vorkommt). Um bei der Schmuckherstellung die rote Farbe aufzuhellen, wird der geschliffene Stein von der Unterseite ausgehöhlt (ausgeschlägelt). Die für die Schmuckherstellung wertvollere Granat-Varietät ist der Pyrop (Mg3 A12 [Si04]3 ).
Der Almandin ist in Geschieben nahezu immer verunreinigt. Er hat die Härte 7-7,5 (wie auch der Pyrop), ist spröde und ohne sichtbare Spaltbarkeit. Er ist meist undurchsichtig und in Säure nicht lösbar. Wegen seiner Härte wird der Almandin auch für Schleifzwecke (Schleifleinwand und Schleifpapier) verwendet.

Ausgangsgesteine (Edukte) des Granatamphibolits, Entstehung

Wie oben erwähnt, ist der Granatamphibolit ein metamorphes, also umgewandeltes Gestein. Als Ausgangsgesteine werden Basalt und Diabas angegeben. Zur Entstehung teilen Smed & Ehlers (1989) ein interessantes Detail mit, weswegen die Passage hier zitiert wird: "...zeigt, daß die Granate quer durch die Streifung des Gesteins gewachsen sind, ohne diese zu stören: Ein Streifen endet jeweils vor einem Granatkorn und setzt sich auf der anderen Seite wieder fort, ohne auf irgendeine Weise verbogen oder verändert worden zu sein. Das zeigt uns, daß die Granatkörner entstanden sind, indem sie ihre Umgebung Atom für Atom „aufgefressen" haben. Die Granate sind nach der Streifung entstanden."


Granatamphibolite im Geschiebe

Granatamphibolite finden sich nach den Beobachtungen des Verfassers im norddeutschen Geschiebe nicht allzu häufig, andererseits jedoch sogar in sehr großen Blöcken. So wurde in der Nähe des Wohnsitzes des Verfassers ein Granatamphibolit von etwa 85 cm Länge und 50 cm Breite gefunden (Abbildung 2). Auch auf der Nordseeinsel Föhr fand der Verfasser Exemplare von Granatamphibolit.
Eine besondere Häufigkeit konnte der Verfasser an den dänischen Küsten des øresunds (Seeland) feststellen, woher auch das Exemplar in Abbildung 1 stammt. Dieses dürfte durch die Nähe der Ursprungsgebiete von Halland und Småland auch nicht verwunderlich sein.


Andere granathaltige Gesteine im Geschiebe

Hier wäre als erstes der Granatgneis zu nennen. Ein sehr berühmtes und vor allem mit 760 m3 und 1978 Tonnen sehr großes Geschiebe ist der granatreiche Gneis von Tychowo / Polen (Keilhack 1889). Aber auch der seltene Eklogit enthält Granat. Ebenso ist im Varberg-Charnokit manchmal reichlich Granat enthalten (vergl. Zandstra 1999, Abb. 217 und 218).

Abb. 1. Granatamphibolit vom Øresund, ca. 14 x 13 cm.
Sammlung: Annemarie und Karlheinz Krause. Foto: Karlheinz Krause.


Abb. 2. Großer Granatamphibolit aus der Nähe von Buxtehude, ca. 85 x 50 cm.
Foto: Karlheinz Krause.

Literatur

Keilhack , K. (1889):Vortrag über ein gewaltiges Geschiebe aus granatreichem Gneis bei Gr. Tychow (Pommern). - Zeitschrift der Deutschen geologischen Gesellschaft, 41: 783; Berlin. [non vidi]

Murawski, H. & Meyer, W.(1998): Geologisches Wörterbuch, 10. Auflage. - 278 S., 81 Abb., 7 Tab.; Stuttgart (Enke).

Schumann, W. (1973): Steine und Mineralien. - 227 S., 300 Abb., München (BLV).
Smed, P. & Ehlers , J. (1994): Steine aus dem Norden. - 195 S., 82 Abb., 34 Tafeln; Berlin-Stuttgart (Bornträger).
Vinx, R. (1998): Neue kristalline SW-schwedische Leitgeschiebe: Granoblastischer mafischer Granulit, Halland-Retro-Eklogit und deformierter, bunter Pegmatit . Archiv für Geschiebekunde, 2 (6): 363-378, 2 Abb., 2 Taf.; Hamburg

Wennberg, O. (1949): Differentialrörelser i inlandisen. Sista istiden i Danmark, Skåne och Östersjön. - Meddelanden från Lunds geologisk-mineralogiska Institutionen, 114: 210 S.; Lund. [non vidi]

Zandstra, J.G. (1999): Platenatlas van noordelijke kristallijne gidsgesteenten. - 412 S., zahlr. Abb.; Leiden (Backhuys).


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